Neustadt an der Weinstraße geht innovative Wege und nutzt das Instrument der „Eh-Da-Flächen“, um die Artenvielfalt sowohl im Siedlungsbereich als auch in der Agrarlandschaft zu fördern. Ein besonderes Engagement zeigt die Stadt bei der Renaturierung ihrer Fließgewässer.
Die Stadt Neustadt an der Weinstraße hat bei der Neuzertifizierung 2019-2022 bereits die Labelstufe in Silber erhalten.
Mit dem Instrument der „Eh-Da-Flächen“ möchte Neustadt ungenutzte Flächenpotentiale, die eh da sind, für die biologische Vielfalt erhalten. Darunter fallen alle Areale, die keiner anderen Nutzung unterliegen wie beispielsweise Straßenböschungen, Wegränder, Autobahnauffahrten, Verkehrsinseln, Bahndämme oder kommunale Grünflächen. 417 Hektar groß sind die „Eh-Da-Flächen“ in und um die Stadt. Sofern möglich, werden sie nach und nach ökologisch aufgewertet. Den Auftakt machte das Straßenbegleitgrün am Mußbacher Kreisel – ein Beispiel, das Schule machen sollte. Während der Labelaufzeit wurden aber auch weitere Flächen mit Regiosaatgut aufgewertet, so auf dem Friedhof Haardt, im Schulzentrum Böbig oder am Regenrückhaltebecken in der Louis-Escande-Straße.
Mitten in Neustadt a. d. Weinstraße wurde 2018 dem Speyerbach ein weiteres Stück seines natürlichen Ufers zurückgegeben. So entwickeln sich wieder naturnahe Gewässerstrukturen, die vielen Pflanzen und Tieren einen wertvollen Rückzugsraum bieten. Für die Schülerinnen und Schüler des angrenzenden Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium wurde eigens ein „Grünes Klassenzimmer“ eingerichtet. Hier machen Sitzstufen und ein kleiner Steg das neue Gewässer mit allen Sinnen erlebbar – ein Gewinn für Mensch und Natur.
Auch die Grünflächenpflege entlang des Grünzugs Wallgasse wurde extensiviert und mit Blick auf die Natur immer wieder Altgrasstreifen stehen gelassen.
An vielen Stellen im Stadtgebiet wurden zudem abgestimmt mit der Stadt vom BUND Hochbeete mit essbaren Pflanzen aufgestellt.
Im Gewerbegebiet Naulott werden heute Baumscheiben und -beete sowie Bereiche im Wendehammer mit Wiesenansaaten aus Regiosaatgut begrünt. Um diese neugewonnene Blütenvielfalt zu erhalten, werden die Flächen nur noch zweimal im Jahr gemäht. Mit dieser extensiven Pflege leisten die Mitarbeitenden des Bauhofs einen großen Beitrag zum Schutz von Wildbienen und anderen Blütenbesuchern. Während des Labelzeitraumes wurde auch vermehrt insektenfreundliche Staudenpflanzungen umgesetzt und natürliche Gestaltungselemente integriert.
Stadt Neustadt an der Weinstraße
FB 3, Abteilung Landwirtschaft und Umwelt
Nicole Wernerus
Telefon: 06321 855-1772
nicole.wernerus@neustadt.eu
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