Worum geht es bei dem Thema Urbane Waldgärten?
Auch wenn mit dem Begriff Waldgarten aus naheliegenden Gründen oftmals ein Wald assoziiert wird, ist diese alternative Grünflächenform ein Ort der Gemeinschaft und Partizipation im Rahmen eines langfristigen urbanen Gartenprojektes. Den Zusatz des „Wald“gartens erhält er auf Grund seiner mehrschichtigen Struktur aus Bodendeckern, Kraut-, Strauch- und Baumschicht, die dem eines Waldes nachempfunden ist. Die hier vorzufindenden Bäume sind jedoch in der Regel Nuss- oder Obstbäume, mitunter ist auch ein essbarer Laubbaum vertreten. Charakteristisch für einen Waldgarten ist, neben der waldähnlichen Struktur, seine Zusammensetzung aus beinahe ausschließlich essbaren Pflanzen, die langfristig miteinander angebaut werden. So entsteht über die Jahre ein waldartiger Vegetationsbestand, in dem nach ökologischen Prinzipien gemeinschaftlich gegärtnert wird. Sein Aufbau stärkt die Bodenfruchtbarkeit, macht ihn widerstandsfähig gegenüber (klimawandelbedingten) Wetterextremen und fördert die biologische Vielfalt.
Ökologische Vorteile
- Anpassung an den Klimawandel / Verbesserung des Mikroklimas
- Bodenaufbau und CO2-Bindung
- Hohe Artenvielfalt im urbanen Raum
Soziale Vorteile
- Partizipationsmöglichkeiten
- Lernräume und Räume für Naturerfahrung
- Räume für Austausch, Begegnung und Gemeinschaft: in großen sowie kleinen Kommunen relevant – Isolation und Vereinzelung finden in allen gesellschaftlichen Schichten und Kommunen statt
- Zugang zu regionalem Biogemüse
Was können Kommunen hierfür tun?
Kommunen haben es in der Hand, sich dem Thema urbane Waldgärten als alternative Grünflächengestaltung gegenüber zu öffnen und den Kontakt zu örtlichen oder nahegelegenen Vereinen oder Initiativen herzustellen.
Kommunen können Betreiber eines urbanen Waldgartens sein. Ist dies nicht möglich, werden urbane Waldgärten in der Regel von Vereinen oder Initiativen gegründet und dauerhaft betrieben Die Kommune kann in diesem Fall eine ausreichend große Fläche langfristig zur Verfügung stellen. Diese sollten mindesten 25-30 Jahre, im Idealfall jedoch dauerhaft, in kommunaler Hand sein und zur Verfügung stehen. Die Mindestgröße liegt bei ca. 5.000 m². Diese Flächen können z.B. auch Teile von öffentlichen Parkanlagen oder innerstädtische landwirtschaftliche Nutzflächen sein.
Kommunen haben zudem die Möglichkeit, Fördermittel zur Anlage eines Waldgartens im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz zu beantragen und diese Mittel dann an die ausführende Initiative oder den verantwortlichen Verein weiterzugeben.
Wissenswertes
Das Projekt „Urbane Waldgärten – mehrjährig, mehrschichtig, multifunktional“ bietet auf seiner Projekthomepage eine umfangreiche Sammlung an Infomaterial an und berät Waldgarten-Initiativen.
Förderprogramme
Eine Förderung von urbanen Waldgärten als „Naturoasen“ ist im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz möglich: https://kommbio.de/foerderprogramme/natuerlicher-klimaschutz-in-kommunen/