Projekte aus Kassel und dem Zweckverband zu den Naturschutzprojekten des Jahres 2026 gewählt!
06. Mai 2026: Die Stadt Kassel in Hessen wird für das Projekt „Urbane Waldgärten Kassel“ ausgezeichnet. Der Zweckverband Knüllgebiet, ebenfalls in Hessen, erhält die Auszeichnung für das Projekt „Ökologisches Grünflächenmanagement in den Siedlungsgebieten des Naturparks Knüll“. Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ verleiht den zwei Projekten den Titel „Naturschutzprojekt des Jahres 2026“. Die Stadt Kassel und der Zweckverband Knüllgebiet erhalten jeweils einen Einkaufsgutschein für Saatgut der Rieger Hofmann GmbH im Wert von 1.000 €.
Urbane Waldgärten bieten einen Ort der Gemeinschaft, Umweltbildung und sorgen für regionalen Lebensmittelanbau. Zwei urbane Waldgärten hat das Umwelt- und Gartenamt in der Stadt Kassel angelegt, ein weiterer ist in Berlin durch das Freilandlabor Britz e.V. und das Bezirksverband Berlin-Süden der Kleingärtner e.V. realisiert worden. Die Projektidee und übergeoordnete Projektkoordination erfolgten durch Frau Dr. Jennifer Schulz von der Uni Potsdam, welche das ganze Projekt wissenschaftlich begleitet.
In einem umfangreichen Beteiligungsprozess wurden die Waldgärten auf zwei ehemaligen Wiesenflächen geplant und angelegt. Im Mai 2023 und 2024 konnten die Waldgärten eröffnet werden. Durch einen ausgeprägten partizipativen Ansatz, wie Planungsworkshops und Mitmachbaustellen, sind vor Ort zwei engagierte Gruppen entstanden, welche die neu entstandenen Flächen pflegen und stetig weiterentwickeln, wodurch selbstorganisierte Waldgärten entstehen. Das Projekt zeichnet sich durch ein hohes Engagement aller Beteiligten aus. Zudem bieten die entstandenen Waldgärten einen Ort der Zusammenkunft für Bürgerinnen und Bürger, Raum für Umweltbildung, Naturerfahrung und regionale Lebensmittel. Zukünftig können auch andere Städte von den Erfahrungen des Projekts profitieren und eigene Waldgärten anlegen. Gefördert wird das Projekt bis 2027 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie mit Mitteln der Stadt.
Der Zweckverband Knüllgebiet hat sich dem Ökologischen Grünflächenmanagement in den Siedlungsgebieten des Naturparks Knüll gewidmet. Der Naturpark Knüll, neun teilnehmende Kommunen (Alheim, Frielendorf, Homberg (Efze), Neuenstein, Neukirchen, Niederaula, Oberaula, Ottrau, Schwarzenborn) sowie regionale Verbände und Institutionen haben im Rahmen ihres Projekts für jede Kommune eine Grünflächenstrategie entwickelt.
So sollen innerörtliche Flächen ökologisch aufgewertet und Pflegekonzepte angepasst werden. Neben der Erhaltung und Schaffung einer hohen Artenvielfalt, werden zudem neue Impulse für mehr Biodiversität gesetzt. Neben der Entwicklung von Grünflächenstrategien, stehen fachliche Beratungen der Kommunen, Schulungen der Mitarbeitenden aus Bauhof und Planung, die Umsetzung von Maßnahmen auf Modellflächen, Informationsveranstaltungen und projektbezogene Öffentlichkeitsarbeit im Vordergrund. Sichtbare Ergebnisse der Zusammenarbeit sind unter anderem die angelegten Modellflächen, Veranstaltungen mit Schulen sowie eine Gartenmesse. Diese zeigt beispielhaft, wie Naturpark, Evangelisches Forum Schwalm-Eder, die Stadt Homberg, NABU und BUND mit vielen weiteren Akteuren für naturnahe Gartengestaltung, Artenvielfalt und Klimaschutz sensibilisieren. Weiterhin wurden Vorträge organisiert, eine Social Media Kampagne durchgeführt, die Internetseiten mit Informationen bestückt und ein Flyer herausgegeben. Das Projekt wird zu 80 % von der KfW-Bank mit Mitteln für den natürlichen Klimaschutz in Kommunen gefördert.
Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ ist ein Zusammenschluss von aktuell 437 Städten, Gemeinden und Landkreisen, die sich für die biologische Vielfalt einsetzen. Auf der Internetseite des Bündnisses www.kommbio.de finden sich zahlreiche Praxisbeispiele, wie Kommunen die biologische Vielfalt fördern können. Darüber hinaus steht allen Bündnismitgliedern ein exklusives Forum zum fachlichen Austausch zur Verfügung. Alle zwei Jahre vergibt das Bündnis den Titel „Naturschutzprojekt des Jahres“ unter seinen Mitgliedskommunen.

